33. Harzquerung: Es war eine Hitzeschlacht

Dieser 28. April war der Heißeste seitdem es zuverlässige Wetteraufzeichnungen gibt. Ein Schornsteinbrand und der Einsatz von Feuerwehr und Polizei brachte noch zusätzliche Aufregung, denn es war nicht möglich ins Org.-büro zu kommen. Der Parkplatz konnte nicht erreicht werden und die Zeit drängte, denn bald war Start in der Salzbergstraße. In dieser Bedrängnis konnte auf richtiges Parken nicht mehr geachtet werden. Das Knöllchen musste riskiert werden.

Die Aufregung legte sich aber rasch, denn Ultraläufer sind coole Typen. Man ging in sich und sammelte Kraft, prüfte gewissenhaft die Ausrüstung. Viele Starter griffen zum Laufrucksack, denn Energie und Flüssigkeit wurden reichlich für die 51 Kilometer von Wernigerode nach Nordhausen gebraucht.

Die Harzquerung ist nicht nur irgendein Volkslauf, sondern ein Ultra-Trail-Lauf mit familiärem Flair. Hier kennt man sich und schätzt sich respektvoll. Purismus und Beschränkung auf das Wesentliche zeichnet diesen Lauf im besonderen Maße aus. Ein echter Naturlauf, ohne Sponsoren– und Medienrummel. Dieser Lauf hat seine treuen Fans womöglich gerade deshalb.

Bei der 33. Harzquerung ging es auch an der wunderschön gelegenen Zillierbachtalsperre vorbei

Eine Besonderheit gilt es hervorzuheben. Die Anzahl der Läufer von Wernigerode nach Nordhausen ist doppelt so groß, wie die Zahl der Teilnehmer auf den anderen Strecken von und nach Benneckenstein (28 bzw. 25 km) plus alle Wanderer auf den drei Strecken.

Bei der Hitze in diesem Jahr schaffte nur der Sieger eine Zeit unter vier Stunden. Die Streckenrekorde bei den Männern und Frauen wurden nicht annähernd gefährdet. Seit 1996 steht er bei unglaublichen 3:23:47 Stunden, gehalten von Karsten Sörensen (LG Nord Berlin). Bei den Frauen war keine schneller als Heidrun Peckert (USV Jena) mit 4:00:04 Stunden im Jahr 2005.

Das bei den extremen Verhältnissen die Sanitäter nur drei Mal Hilfe leisten mussten ist als Indiz zu werten, dass alle Teilnehmer gut vorbereitet waren und sich auf die Hitze auch gut eingestellt hatten. Allen Helfern und Organisatoren sei ausdrücklich gedankt, sie mussten ja auch stundenlang ausharren.

Wenn es überhaupt etwas zu verbessern gibt, dann ist es die Siegerehrung. So schön die namentliche Begrüßung der Finisher auch ist, hat sie die Aufmerksamkeit auf die Würdigung der Besten sehr erschwert.

Platzierungen:

Männer
1. Stephan Aris (Kleinmachnower Lauf Club) – (M40) 3:56:27 h
2. Tiemo Arndt (Mad East 500) – (M30) 4:04:46 h
3. Thomas Schölzke (Laufteam Rügen) – (M40) 4:06:01 h

Frauen
1. Tina Schulz (Marth) – (W40) 4:45:15 h
2. Bärbel Lemme (Möllner SV) – (W40) 4:53:24 h
3. Antje Sauer (Hypo Vereinsbank Hamburg) – (W30) 5:13:27 h

Thüringer Podestplätze in den Altersklassen
2. Thomas Wiemann (VfL 1928 Ellrich) – (M20) 4:38:25 h
2. Steffen Burkhardt (Team Skatstadt-Marathon) – (M30) 4:10:02 h
3. Jörg Lauchstädt (USV Jena) – (M30) 4:23:56 h
3. Uwe Schmidt (Postsportverein Erfurt) – (M40) 4:12:27 h
1. Claudia Herrman (Rennschnecken Burkersdorf) – (W20) 5:18:53 h
2. Anke Herrmann (Rennschnecken Burkersdorf) – (W50) 5:25:17 h
3. Tina Herrmann (Rennschnecken Burkersdorf) – (W30) 5:35:03 h

Ergebnisse

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